Ein Dachziegel wird vom Hersteller für geringe Dachneigungen angeboten – also kann das Dach entsprechend flach gebaut werden? So einfach ist es nicht.
Die Regeldachneigung beschreibt die Dachneigung, bei der sich eine bestimmte Deckungsart unter üblichen Bedingungen als regensicher erwiesen hat. Wird sie unterschritten oder liegen zusätzliche erhöhte Anforderungen vor, muss die zweite wasserführende Ebene entsprechend hochwertiger ausgeführt werden.
Zusatzmaßnahmen gewinnen an Bedeutung
Das Regelwerk unterscheidet unterschiedliche Klassen von Zusatzmaßnahmen. Abhängig von Dachneigung, Deckungsart und erhöhten Anforderungen reicht die Bandbreite von Unterspannungen und Unterdeckungen bis zu regensicheren oder wasserdichten Unterdächern.
Welche Maßnahme erforderlich ist, hängt nicht nur vom einzelnen Dachziegel ab. Auch Nutzung des Dachgeschosses, konstruktive Besonderheiten sowie klimatische und örtliche Bedingungen spielen eine Rolle.
Fazit
Ein für geringe Dachneigungen geeignetes Deckmaterial ersetzt nicht automatisch die fachgerecht geplante Zusatzmaßnahme darunter. Regensicherheit entsteht aus dem abgestimmten Dachsystem.
Quellen
- BauNetz Wissen – Unterdächer und Regeldachneigung
https://www.baunetzwissen.de/geneigtes-dach/fachwissen/bauschaeden/unterdaecher-und-regeldachneigung-158577 - Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks – Regelwerk / Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen
https://dachdecker.org/betriebsinhaber/regeluebersicht/

